4/11.3.5 Spezielle Rechts- und Steuerfragen

Autoren: Böttges-Papendorf/Hänchen

Wachsendes Aufgabengebiet angesichts des demografischen Wandels

Immer mehr Menschen benötigen für die Bewältigung ihres Alltags Unterstützung. Diese finden sie nicht immer im familiären Umfeld, sondern zunehmend werden entsprechende Aufgaben auch berufsmäßig wahrgenommen. Dabei ist die Betreuung nur eine Variante eines umfassenden Bündels von Maßnahmen, die zur Unterstützung möglich sind. Da die Steuerpflichten lebenslang bestehen, sind Steuerberater immer wieder in den verschiedensten Facetten hiermit konfrontiert. Sie müssen auf der einen Seite wissen, welche Rechte und Pflichten z.B. Betreuer haben, die für ihre Mandanten Steuererklärungen in Auftrag geben. Auf der anderen Seite können auch an sie selbst entsprechende Aufgaben herangetragen werden. Das muss nicht die gerichtlich bestellte Betreuung sein, sondern häufig erteilen Mandanten den Steuerberatern Vorsorgevollmachten, sie können sie als Testamentsvollstrecker einsetzen (siehe hierzu den gesonderten Teil 4/11.1 ) und dabei ist der Steuerberater dann häufig nur einer unter mehreren Beauftragten. In den weitaus häufigeren fixen Fällen obliegen ihm Vermögensfragen und steuerliche Angelegenheiten. Die Beauftragungen und Verantwortlichkeiten können aber auch darüber hinausgehen. Bereits im Jahr 2011 hat sich die Bundessteuerberaterkammer mit den Fragen auseinandergesetzt und entsprechende Hinweise zur Tätigkeit des Steuerberaters als Berufsbetreuer vom 29.06.2011 beschlossen. Diese Hinweise haben zwar keinen verbindlichen Charakter, geben jedoch einen guten Einblick in das gesamte Betätigungsfeld und die dabei zu beachtenden Rahmenbedingungen. Die nachfolgenden Ausführungen stützen sich auf diese Hinweise der Bundessteuerberaterkammer mit weiteren Anmerkungen und Ergänzungen.