6/14.0 Vorbemerkung

Autoren: Böttges-Papendorf/Hänchen

Wie gründet man eine Bank?

Mit dieser Frage rechnet man als Steuerberater wahrscheinlich nicht so häufig und in der Tat sind die "echten" Bankgründungen selten. Trotzdem tut sich in den letzten Jahren einiges auf diesem Sektor. Befeuert wird die Entwicklung durch die sogenannten FinTec. Gerade macht die N26 Bank GmbH als Direktbank, die sich auf die Kontoführung rein über das Smartphone spezialisiert hat, Furore. Gegründet wurde sie 2013 und hat allerdings ihre Banklizenz erst im Jahr 2016 bekommen. In der Zwischenzeit war sie schon am Markt tätig, hat jedoch die eigentlichen Bankgeschäfte über die Wirecard-Bank AG abgewickelt, soweit hierfür eine Banklizenz notwendig war (vgl. Wikipedia N26 (Direktbank) und einschlägige im Internet verfügbare Presseberichte). Allerdings hat das organisatorische Wachstum offenbar mit dem rasanten Kunden- und Einlagenwachstum nicht Schritt gehalten. Am 08.04.2019 berichtet das Handelsblatt, dass das umjubelte Start-up aktuell nicht nur Kritik von Kunden einstecken muss, sondern wegen Strukturmängeln auch in den Fokus der Bankenaufsicht BaFin geraten ist. 2015 berichtete ebenfalls das Handelsblatt, dass die mittelständische Firma Trumpf eine unternehmenseigene Bank gegründet hat (vgl. Atzler, So gründen Sie Ihre eigene Bank, Handelsblatt v. 05.11.2015, https://www.handelsblatt.com/unternehmen/leasing/meine-firma-mein-geld-so-gruenden-sie-ihre-eigene-bank/12469762.html?ticket=ST-413629-pUcOovN6YhZt6gP124Uu-ap3, zuletzt aufgerufen am 22.02.2019). Dass dieser Gedanke für (produzierende) Unternehmen nicht abwegig ist, erkennt man speziell auch an den Banken der Autohäuser. Jeder kennt die VW-Bank oder auch die anderen Autohäuser haben entsprechende Institute. Das ist praktisch zur Absatzfinanzierung oder auch zur Gewährung von Krediten an Lieferanten, die eventuell selbst im normalen Bankensektor nicht so einfach produktbezogene Kredite bekommen würden.