6/9.1 Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen

Autoren: Böttges-Papendorf/Hänchen

6/9.1.1 Trends im Überblick

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Deutschlandskonjunkturmotor und Exportschlager - das Automobil - die Automobilwirtschaft steht unter Druck. Das ist aber nicht nur Außenhandelsbarrieren oder rückläufigen Märkten im Ausland geschuldet, vielmehr befindet sich bekanntermaßen der gesamte Bereich der (individuellen) Mobilität im Umbruch. Den damit verbundenen Fragen widmet sich ein aktueller Strategiereport unter dem Obertitel "Automotiv Special - Kfz-Handel im Wandel" der Nord LB vom 01.04.2019 (www.nordlb.de/research).

Scheinbar widersprüchliche Daten

Schon die Inhaltsübersicht zeigt scheinbar widersprüchliche Entwicklungen: Neuzulassungen und Besitzumschreibungen seien rückläufig bei steigendem Pkw-Bestand. Die Kaufpreise befinden sich auf Rekordniveau, und gleichzeitig nimmt das Carsharing weiter zu. Bei steigenden Umsätzen im Kfz-Gewerbe bleiben die Renditen "weiter auf Talfahrt". Die Umsatzrendite sank 2018 nach den Feststellungen des ZDK auf 1,0-1,3 % nach noch 1,5 % im Jahr 2017. Im Gegensatz zum Kfz-Verkauf, der stark unter Druck steht wegen der Dieselskandale, Umweltprämien und drohenden Fahrverboten, entwickelt sich das Werkstattgeschäft stabil und "stellt in Bezug auf die Rendite weiter die tragende Säule der Branche" dar (Nord/LB Strategie Report Automotiv Special 2019). Allerdings werden die Werkstatterträge zukünftig sinken, da die Autos und Teile langlebiger sind und speziell die erwartete Zunahme der Elektroautos sich auch negativ auf die Wartungsarbeiten auswirkt, da sie weniger Verschleißteile enthalten und nicht so komplex sind wie die aktuelle Autogeneration.