BSG - Urteil vom 16.03.2016
B 9 SB 1/15 R
Normen:
GG Art. 3; GG Art. 84; SchwbAwV § 3 Abs. 1 Nr. 1; SGB IX § 159 Abs. 7; SGB IX § 69 Abs. 1; SGB IX § 69 Abs. 4; SGB IX § 70 Abs. 2; StVG § 6 Abs. 1 Nr. 14; StVO § 46 Abs. 1 S. 1 Nr. 11; VersMedV § 2; VersMedV Anlage Teil D Nr. 3;
Vorinstanzen:
LSG Niedersachsen-Bremen, vom 26.03.2014 - Vorinstanzaktenzeichen L 10 SB 102/12
SG Braunschweig, vom 20.06.2012 - Vorinstanzaktenzeichen S 8 SB 249/10

Kein Anspruch auf Feststellung der Voraussetzungen für das Merkzeichen aG. im Schwerbehindertenrecht bei Parkinson-Erkrankung

BSG, Urteil vom 16.03.2016 - Aktenzeichen B 9 SB 1/15 R

DRsp Nr. 2016/12734

Kein Anspruch auf Feststellung der Voraussetzungen für das Merkzeichen aG. im Schwerbehindertenrecht bei Parkinson-Erkrankung

1. Personen, die an der Parkinson-Krankheit leiden, haben Anspruch auf Merkzeichen "aG", wenn sie sich wegen der Schwere ihrer Erkrankung dauernd nur mit fremder Hilfe oder nur mit großer Anstrengung außerhalb ihres Kraftfahrzeugs bewegen können (Anschluss an BSG vom 11.8.2015 - B 9 SB 2/14 R = SozR 4-3250 § 69 Nr 19). 2. Dem Erfordernis ständiger Rollstuhlbenutzung kommt für Merkzeichen "aG" bei Parkinson wesentliche Bedeutung zu (Anschluss an BSG vom 13.12.1994 - 9 RVs 3/94 = SozR 3-3870 § 4 Nr 11 und vom 29.1.1992 - 9a RVs 4/90 = Behindertenrecht 1992, 91).

Die Revision des Klägers gegen das Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen vom 26. März 2014 wird zurückgewiesen.

Kosten des Revisionsverfahrens sind ebenfalls nicht zu erstatten.

Normenkette:

GG Art. 3; GG Art. 84; SchwbAwV § 3 Abs. 1 Nr. 1; SGB IX § 159 Abs. 7; SGB IX § 69 Abs. 1; SGB IX § 69 Abs. 4; SGB IX § 70 Abs. 2; StVG § 6 Abs. 1 Nr. 14; StVO § 46 Abs. 1 S. 1 Nr. 11; VersMedV § 2; VersMedV Anlage Teil D Nr. 3;

Gründe:

I

Die Beteiligten streiten darüber, ob bei dem Kläger die gesundheitlichen Voraussetzungen für das Merkzeichen "außergewöhnliche Gehbehinderung" (aG) gegeben sind.