6/10.1 Aktuelle Entwicklungen und Trends

Autor: Böttges-Papendorf

Es sind vor allen Dingen drei zentrale Themen, die die Einzelhändler umtreiben:

1.

Die allgemeine Entwicklung von Kaufkraft und Nachfrage

2.

Die Entwicklung des Facheinzelhandels in den Innenstädten

3.

Die Auswirkungen des Online-Handels (E-Commerce)

Allgemeine Lage und Perspektiven 2018

Zu Jahresbeginn 2018 blickte der Einzelhandel nach den Feststellungen des HDE Handelsverband Deutschland zuversichtlich ins Jahr 2018. Auch im Jahr 2018 wird der Konsum maßgeblich von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt profitieren. Insgesamt setzt sich das Wachstum nunmehr im neunten Jahr in Folge fort. Seit 2010 wuchs das Umsatzvolumen nominal um rund 20 %, was preisbereinigt rund 12 % ausmacht. Allerdings entwickeln sich wieder nicht alle Branchen gleich gut. Der Handelsverband Deutschland hat in seiner Bundespressekonferenz im Januar 2018 festgestellt, dass sich speziell der Einzelhandel mit Fahrrädern, Sport- und Campingartikeln, Unterhaltungselektronik sowie der Online-Handel besonders positiv im vergangenen Jahr 2017 hervorgetan haben. Dennoch rechnen die Einzelhändler auch für 2018 mit steigenden Umsätzen, wenn auch nicht mehr ganz so dynamisch. Allerdings ist auch hier nach einer ersten Umfrage Anfang 2018 des Handelsverbands Deutschland eine sehr differenzierte Entwicklung zu beobachten. Während rund 80 % der größeren Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten für 2018 mit einem Umsatzplus rechnen, sind es bei den kleinen Unternehmen (mit weniger als fünf Beschäftigten) nur 24 %. Deutlich differenziert wird die Entwicklung beim stationären Einzelhandel mit einem erwarteten Wachstum 2018 von 1,2 % im Vergleich zum Online-Handel mit einem Wachstum von 10 % gesehen. Allerdings muss man berücksichtigen, dass der Online-Handel natürlich auch von einer geringeren Basis ausgeht. Wenn "jeder zehnte Euro im deutschen Einzelhandel über den Online-Handel erlöst" wird (HDE, Pressekonferenz Januar 2018, www.einzelhandel.de), dann bedeutet das, dass immerhin noch 90 % der Erlöse stationär erzielt werden.