5/2 Beratungskonzept

Autor: Böttges-Papendorf

Beratungskonzept in der Gestaltungsberatung

Steuerberater sind gewöhnt, sich vor allen Dingen mit Steuerrechtsfragen inhaltlich zu beschäftigen. Heraus kommt eine "objektive" (gutachterliche) Lösung gerne auch vom Schreibtisch aus. Die Anforderungen kommen von außen aus den Steuergesetzen, z.B. Buchführungs- und Steuererklärungspflichten. Eine andere Situation findet sich in der Gestaltungsberatung, in der schon die Formulierung der richtigen Fragen die erste Beratungsaufgabe sein kann und es auch keine vom Gesetz vorgegebenen "richtigen" oder "falschen" Lösungen gibt, sondern nur für die Problemlösung geeignete oder ungeeignete Ansätze.

Qualitätsnachweis in der (betriebswirtschaftlichen) Beratung

In der betriebswirtschaftlichen Beratung sagt die bestandene Steuerberaterprüfung wenig bis gar nichts über die Fähigkeiten und Qualifikation zur Durchführung entsprechender Beratungen aus. Es bleibt vielmehr dem einzelnen Berater überlassen, sich hier aus eigener Initiative fortzubilden. Speziell für den Fall, dass man in der geförderten Unternehmensberatung tätig werden will, fordern die einzelnen Fördermittelgeber unterschiedliche Nachweise. Der umfassendste Standard wird dabei vom BAFA gefordert, wo zugelassene Berater bzw. Beratungsunternehmen den Nachweis eines Qualitätssicherungssystems erbringen müssen. Aber auch für die Teilnahme an Ausschreibungen ist ab einer gewissen Größenordnung oder je nach Auftraggebervorgaben eine Zertifizierung (der Abläufe) erforderlich. Das heißt, auch für Steuerberater wird die Einführung eines nachweisbaren (= dokumentierten) Qualitätssicherungssystems zunehmend ein Thema.