Neues im März 2022


Wie gewohnt hat Ihr Herausgeber Wolfgang Bolk die Entwicklung in Sachen Personengesellschaften genau verfolgt. Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung legen weiterhin ein enormes Tempo vor. Bereits heute wirft die kommende Modernisierung des Personengesellschaftsrechts (kurz: MoPeG) seine Schatten voraus. Auch wenn die Auswirkungen dieser großen Gesellschaftsrechtsreform auf die Bilanzierung und Besteuerung wohl eher geringen Einfluss haben, muss sich doch auch der steuerliche Berater an neue Begrifflichkeiten gewöhnen und z.B. von dem allgegenwärtigen „Gesamthandsvermögen“ Abschied nehmen. Das Gesetz kennt künftig nur noch das Gesellschaftsvermögen. Mit diesem Update erwartet Sie ein entsprechend überarbeiteter Einstieg in die Personengesellschaftsberatung.

Wichtige Aktualisierungen im Überblick:

  • Keine gewerbliche Prägung: Besitzgesellschaft der Betriebsaufspaltung ist originär gewerblich tätig. Das gilt auch grenzüberschreitend, BFH, Urt. v. 17.11.2020 -I R 72/16.
  • Arbeitszimmer als notwendiges Sonderbetriebsvermögen. Beschränkung des Sonderbetriebsausgabenabzugs dabei ohne Bedeutung, BFH, Urt. v. 01.03.2021 - IX R 27/19.
  • Betriebsaufspaltung: Mittelbare Beherrschung auf Besitzunternehmen in der Rechtsform einer Personengesellschaft reicht aus, BFH, Urt. v. 16.09.2021 – IV R 7/18
  • Neues zu Ergänzungsbilanzen nach Umwandlung.
  • Verlustverrechnung: Nach Ablauf mehrerer Jahre hat die Finanzverwaltung jetzt mit einem Nichtanwendungserlass auf die BFH-Rechtsprechung reagiert: Demnach soll eine Verrechnung der Fehlbeträge der Obergesellschaft mit Gewerbeerträgen der Untergesellschaft nicht in Betracht kommen, weil es an der Unternehmeridentität fehle. Betroffenen Mandanten bleibt im Zweifel nur der erneute Rechtsweg.
  • Optionsmodell nach § 1a KStG („KöMoG“) mit den Auswirkungen auf Bilanzierung, Eigenkapitalkonten, verrechenbaren Verlusten und Sperrfristen.
  • Erbschaftsteuer versus Ertragsteuer: Im Rahmen von § 6 Abs.3 EStG gilt, dass die Übertragung des Gesellschaftsanteils und des Sonderbetriebsvermögens nicht zeitgleich erfolgen müssen. Für die die Begünstigung nach §§ 13a, 13b ErbStG gilt dies jedoch nicht, BFH, Urt. v. 17.06.2020 – II R 38/17!
  • Der Transfer der stillen Reserven nach § 6b EStG ist nicht gleichbedeutend mit der Übertragung eines Wirtschaftsguts, FG München, Urt. v. 18.03.2021 – 10 K 1984, 18; die Revision ist beim BFH unter dem Az. IV R 8/21 anhängig.


Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei der Bearbeitung Ihrer Personengesellschaftsmandate

Beste Grüße,
Stephan Kindgen (Produktmanager)