19.4 Begünstigter Gewinn

Autor: Bolk

19.6

Begünstigt ist der Gewinnanteil des Mitunternehmers i.S.d. § 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG abzgl. des Saldos aus personenbezogen ermittelten Entnahmen und Einlagen. Dabei ist der Gewinnanteil aufgrund additiver Gewinnermittlung aus Gesamthandsbilanz, Ergänzungsbilanz und Sonderbilanz zu bestimmen. Die Fortschreibung positiver Ergänzungsbilanzen verringert den Gewinn, und die Auflösung negativer Ergänzungsbilanzen erhöht den Gewinn und beeinflusst so auch den nicht entnommenen Gewinn und dessen Begünstigung bei entsprechendem Antrag. Der Anteil am Gesamthandsgewinn ist nach dem Gesellschaftsvertrag zu bestimmen.

19.7

Unmaßgeblich ist, ob der Anteil am Gesamthandsgewinn auf einem Eigenkapitalkonto thesauriert wurde (sog. nicht entnahmefähiger Gewinn) oder ob der Gewinnanteil zur Auszahlung gefordert werden kann (sog. entnahmefähiger Gewinn; zur Kritik an diesen Formulierungen vgl. bereits oben Rdnr. 2.32 ff.) und deshalb als Verbindlichkeit gegenüber dem Gesellschafter in der Gesamthandsbilanz passiviert wurde. Dieser Passivierung steht korrespondierend eine Forderung in der Sonderbilanz des Gesellschafters gegenüber.1)