BVerfG - Beschluß vom 26.03.1998
1 BvR 2341/95
Normen:
EStG § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 ; GG Art. 3 Abs. 1 ; UStG § 4 Nr. 14 Satz 1 ;
Fundstellen:
DStZ 1998, 478
HFR 1998, 577
Information StW 1998, 384
NJW 1998, 2733
StE 1998, 290
UR 1998, 280
UVR 1998, 239
Vorinstanzen:
FG Niedersachsen, vom 09.02.1995 - Vorinstanzaktenzeichen V 454/91
BFH, vom 04.10.1995 - Vorinstanzaktenzeichen XI B 95/95

BVerfG, Beschluß vom 26.03.1998 - Aktenzeichen 1 BvR 2341/95

DRsp Nr. 2004/15322

Gleichbehandlung im Umsatzsteuerrecht: Sprachheilpädagogen und Logopäden

1. Art. 3 Abs. 1GG gebietet, daß die Unterscheidungsmerkmale sachlich gerechtfertigt sind, aufgrund derer bei der Auslegung des § 4 Nr. 14 Satz 1 UStG die "ähnliche" heilberufliche Tätigkeit im Sinne des § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG von den Tätigkeiten abgegrenzt wird, bei denen eine solche Ähnlichkeit nicht gegeben ist. 2. Die vom Finanzgericht zugrunde gelegten Kriterien, nach welchen sich die Tätigkeit der Sprachheilpädagogen vom Beruf der Logopäden unterscheidet, genügen den verfassungsrechtlichen Anforderungen und vermögen die unterschiedliche Behandlung im Rahmen des § 4 Nr. 14 Satz 1 UStG sachlich zu rechtfertigen.

Normenkette:

EStG § 18 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 ; GG Art. 3 Abs. 1 ; UStG § 4 Nr. 14 Satz 1 ;

Gründe:

Die Verfassungsbeschwerde erfüllt nicht die Annahmevoraussetzungen des § 93a Abs. 2BVerfGG. Ihr kommt weder grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung zu noch ist ihre Annahme zur Durchsetzung der in § 90 Abs. 1BVerfGG genannten Rechte angezeigt (§ 93a Abs. 2BVerfGG).