BFH - Urteil vom 03.11.2005
V R 56/02
Normen:
Richtlinie 77/388/EWG Art. 21 Nr. 1 lit. a ; UStDV (1980) § 51 § 54 § 55 ; UStG (1980) § 18 Abs. 8 , (1999) § 13b Abs. 2 S. 3 ;
Fundstellen:
BB 2006, 594
BFH/NV 2006, 889
BFHE 212, 156
BStBl II 2006, 477
DB 2006, 653
DStR 2006, 464
Vorinstanzen:
FG Düsseldorf, vom 15.05.2002 - Vorinstanzaktenzeichen 5 K 1734/97

BFH, Urteil vom 03.11.2005 - Aktenzeichen V R 56/02

DRsp Nr. 2006/6612

Haftung des Leistungsempfängers; Leistungsempfänger als Steuerschuldner; Entschließungsermessen des FA zur Haftungsinanspruchnahme

»Der Empfänger einer im Erhebungsgebiet (jetzt: Inland) steuerpflichtigen Werklieferung eines nicht im Erhebungsgebiet (jetzt: Ausland) ansässigen Unternehmers hatte nach § 18 Abs. 8 UStG 1980 i.V.m. §§ 51 Abs. 2 , 54UStDV 1980 die Umsatzsteuer auch dann einzubehalten und an das zuständige FA abzuführen, wenn er die Werklieferung nicht für sein Unternehmen, sondern für seinen nichtunternehmerischen Bereich bezogen hatte.«

Normenkette:

Richtlinie 77/388/EWG Art. 21 Nr. 1 lit. a ; UStDV (1980) § 51 § 54 § 55 ; UStG (1980) § 18 Abs. 8 , (1999) § 13b Abs. 2 S. 3 ;

Gründe:

I. Streitig ist eine Haftung des Klägers und Revisionsbeklagten (Kläger) nach § 18 Abs. 8 des Umsatzsteuergesetzes ( UStG 1980) i.V.m. § 55 der Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung ( UStDV 1980) in der im Streitjahr 1990 gültigen Fassung.

Der Kläger war im Streitjahr 1990 durch (steuerpflichtige) Vermietung eines Wohnobjektes sowie durch "Erstellung von wissenschaftlichen Studien für die Bundespost" (mit Umsätzen in Höhe von 211 193 DM) unternehmerisch tätig.