Autor: Bolk

15.16

Soweit der Gesellschaftsanteil im Wege der Anwachsung gegen Abfindung aus dem Gesellschaftsvermögen übergeht, liegt ein entgeltliches Rechtsgeschäft vor. Mit Blick auf den ehemaligen Gesellschafter sind die Rechtsfolgen einer Aufgabe des Mitunternehmeranteils zu beurteilen (§ 16 Abs. 1 Nr. 2 i.V.m. Abs. 3 Satz 1 EStG , siehe dazu bereits oben Rdnr. 15.8 ff.). Aus Sicht der die Gesellschaft fortsetzenden Gesellschafter liegt eine Vereinigung der bisherigen Gesellschaftsanteile mit dem in Gesamtrechtsnachfolge angewachsenen Anteil des Ausgeschiedenen vor.

15.17

Steuerrechtlich betrachtet ist dieser Vorgang nicht als Anschaffung eines Mitunternehmeranteils als solchem, sondern als Anschaffung von Anteilen an den Wirtschaftsgütern des Gesellschaftsvermögens zu beurteilen, die bisher dem Ausgeschiedenen zugerechnet wurden (siehe dazu weitergehend Rdnr. 15.30 ).

15.3.1 Aufgabegewinn

15.18

Die Abfindung ist als Preis für den Mitunternehmeranteil zu beurteilen.1) Deshalb gehört auch eine gewährte Mehrabfindung wegen Lästigkeit, um den Gesellschafter zum Verlassen der Personengesellschaft aus wichtigem Grund zu bewegen und eine Anschlussklage zu vermeiden (§ ), ebenfalls zum Aufgabegewinn.