BFH - Urteil vom 19.12.2013
V R 6/12
Normen:
AO § 164 ; AO § 168 ; AO § 169 ; AO § 170 ; AO § 174 Abs. 4 und Abs. 5 ; UStG § 2 Abs. 2 Nr. 2 ; UStG § 9 ; UStG § 19 ; UStG § 23 ; Richtlinie 77/388/EWG Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2;
Vorinstanzen:
FG Berlin-Brandenburg, vom 26.10.2011 - Vorinstanzaktenzeichen 7 K 7193/07

BFH, Urteil vom 19.12.2013 - Aktenzeichen V R 6/12

DRsp Nr. 2014/8850

Zeitliche Grenze der Rücknahme des Verzichts auf Steuerbefreiungen; Beendigung der Stellung eines „Dritten“ durch Verschmelzung

1. Der Verzicht auf Steuerbefreiungen nach § 9 UStG kann zurückgenommen werden, solange die Steuerfestsetzung für das Jahr der Leistungserbringung anfechtbar oder aufgrund eines Vorbehalts der Nachprüfung gemäß § 164 AO noch änderbar ist (Klarstellung der Rechtsprechung).2. Nach Verschmelzung einer Organgesellschaft auf den Organträger ist sie nicht mehr Dritte i.S. von § 174 Abs. 5 AO .

Normenkette:

AO § 164 ; AO § 168 ; AO § 169 ; AO § 170 ; AO § 174 Abs. 4 und Abs. 5 ; UStG § 2 Abs. 2 Nr. 2 ; UStG § 9 ; UStG § 19 ; UStG § 23 ; Richtlinie 77/388/EWG Art. 4 Abs. 4 Unterabs. 2;

Gründe

I.

Streitig ist die Rechtmäßigkeit des Umsatzsteuer-Änderungsbescheids 1991 vom 9. Juni 2005, mit dem der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt IV --FA--) den der M-G-GmbH in 1991 gewährten Vorsteuerabzug rückgängig macht.