Der Aufschwung setzt sich in diesem und im kommenden Jahr fort, wenngleich mit vermindertem Tempo, so die Wirtschaftsforschungsinstitute. Allerdings haben die konjunkturellen Risiken im Zuge der Hypothekenkrise in den USA, des Anstiegs des Ölpreises und der Aufwertung des Euros merklich zugenommen. Diese Belastungen treffen die deutsche Wirtschaft aber in einer robusten konjunkturellen Verfassung.
Die Institute rechnen für das laufende Jahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von real 2,6 %. Für das Jahr 2008 erwarten sie ein reales Wachstum von 2,2 %. Impulse kommen im nächsten Jahr vor allem von der Binnenkonjunktur. Diese wird durch die weiterhin kräftige Zunahme der Beschäftigung begleitet und gestützt. Die Institute prognostizieren im Zweijahreszeitraum 2007/08 einen Anstieg der Beschäftigung und einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um jeweils rund eine Million Personen.
Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos: "Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich weiter im Aufschwung. Die konjunkturellen Risiken sind aber merklich größer geworden. Dies zeigt, dass wir uns nicht auf Lorbeeren ausruhen dürfen. Wir müssen den Aufschwung pflegen und die Wachstumskräfte unserer Volkswirtschaft stärken."
Die Institute raten dazu, den Reformkurs fortzusetzen. Sie warnen davor, die Reformen am Arbeitsmarkt zurückzudrehen. Unter anderem wenden sie sich gegen die Einführung von Mindestlöhnen, die Erschwerung der Leiharbeit oder die Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes. In der Finanzpolitik sprechen sich die Institute für die Fortsetzung einer mittelfristigen Strategie der qualitativen Konsolidierung aus, mit der bei strukturell ausgeglichenen Haushalten entstehende Spielräume zur Wachstumsförderung und Abgabenentlastung genutzt werden.
Bundesminister Glos: "Die von den Instituten vorgeschlagene mittelfristige Strategie der qualitativen Konsolidierung wird von mir voll und ganz geteilt. Wenn die Institute vorschlagen, sich abzeichnende Überschüsse in den Staatshaushalten zur Steuer- und Abgabenentlastung sowie zur Wachstumsförderung gleichermaßen zu nutzen, sehe ich darin eine volle Unterstützung meiner mittelfristigen wirtschaftspolitischen Leitidee, wie ich sie mit dem "Goldenen Schnitt 2012" beschrieben habe. Nach erfolgreicher Haushaltskonsolidierung investive Ausgaben für Bildung, Forschung und Innovation zu erhöhen und zugleich die verfügbaren Einkommen durch Abgabenentlastung und Rückgabe schleichender Steuererhöhungen zu stärken, ist der richtige Weg zu dauerhaftem Wirtschaftswachstum und nachhaltig mehr Beschäftigung. Der Haushaltsausgleich ist zumindest für den Staat insgesamt nach der Rechnung der Institute schon 2007 erreicht. Die Absenkung des Arbeitslosenversicherungsbeitrages von 4,2 % auf 3,5 % ist inzwischen politisch Konsens. Die öffentlichen Investitionen nehmen wieder deutlich zu. Ich bin deshalb zuversichtlich, dass am Ende auch die Einsicht in die Notwendigkeit von künftigen Steuerentlastungen überwiegen wird"
Die Gemeinschaftsdiagnose wurde erstmals nach der europaweiten Ausschreibung und Vergabe an vier Institute bzw. Konsortien erstellt. Dabei waren auch mehrere ausländische Institute beteiligt. Bundesminister Glos: "Die Institute haben trotz des geringen zeitlichen Vorlaufs eine solide und wissenschaftlich fundierte Arbeit abgeliefert. Durch die Mitwirkung ausländischer Institute konnte auf ein größeres Reservoir an Konjunkturexperten zurückgegriffen und auch die internationale Kompetenz gestärkt werden. Die diversen Simulationsrechnungen helfen, die konjunkturellen Risiken zu veranschaulichen. Wir werden die Gemeinschaftsdiagnose eingehend mit den Instituten erörtern. Die Reform der Gemeinschaftsdiagnose war ein richtiger Schritt."
Bundesminister Glos wird die Herbstprojektion der Bundesregierung am Donnerstag, den 25. Oktober 2007, um 11:00 Uhr im Rahmen der Bundespressekonferenz vorstellen.
Quelle: BMWi - Pressemitteilung vom 18.10.07