Die Auftragseingänge in der Industrie haben sich vorläufigen Angaben zufolge [2] im November gegenüber dem Vormonat preis- und saisonbereinigt [3] um 1,5 % erhöht.
Im Monat zuvor waren sie aufwärts revidiert um 0,7 % zurückgegangen. Impulse für die Bestelltätigkeit kamen zuletzt von einem überdurchschnittlichen Umfang an Großaufträgen.
Dies hat sich vor allem in einem spürbaren Anstieg der Nachfrage im Fahrzeugbau geltend gemacht. Insgesamt erhöhte sich die Nachfrage im Bereich der Hersteller von Investitionsgütern um 1,8 %. Die Bestellungen bei den von ihrem Gewicht ebenfalls bedeutsamen Vorleistungsgüterproduzenten stiegen um 0,8 %. Einen erneut deutlichen Anstieg des Ordervolumens um zuletzt 2,7 % hatten die Hersteller von Konsumgütern zu verzeichnen. Die maßgeblichen Impulse für die Bestelltätigkeit in der Industrie kamen im November wieder aus dem Ausland (+2,3 %). Die Inlandsnachfrage erhöhte sich um 0,6 %.
Im Zweimonatsvergleich (Oktober/November gegenüber August/September) gingen die Auftragseingänge in der Industrie um 1,5 % zurück. Die inländische Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen verringerte sich dabei um 1,1 %. Die Auslandsnachfrage ging um 1,6 % zurück. Innerhalb der industriellen Hauptgruppen schwächte sich die Nachfrage bei den Herstellern von Investitionsgütern deutlich um 3,9 % ab. Dagegen war bei den Produzenten von Vorleistungsgütern ein Zuwachs um 0,8 % zu verzeichnen. Ein kräftiges Plus von 2,8 % konnten die Hersteller von Konsumgütern verbuchen. In der im Dreimonatsvergleich (September/Oktober/November gegenüber Juni/Juli/August) zum Ausdruck kommenden längerfristigen Tendenzbetrachtung nahmen die Bestellungen in der Industrie leicht um 0,2 % zu.
Ihren Vorjahresstand überschritten die Auftragseingänge in der Industrie im Oktober/November um 8,2 %. Die Inlandsaufträge lagen dabei um 9,1 % und die Auslandsaufträge um 7,4 % über dem Vorjahresniveau. Insgesamt haben sich damit die Vorjahresabstände wieder etwas erhöht.
Die Bestelltätigkeit in der Industrie hat nach den kräftigen, durch außerordentlich viele Großaufträge beflügelten Zuwächsen im dritten Quartal 2006 in den letzten Monaten an Dynamik verloren, sie ist in ihrer längerfristigen Grundtendenz aber nach wie vor aufwärts gerichtet. Das Niveau der Auftragseingänge, gemessen an den Vorjahresabständen, ist darüber hinaus ausgesprochen hoch. Angesichts des hohen Auftragsbestandes der Unternehmen ist im Jahresschlussquartal insgesamt mit einer weiter aufwärts gerichteten Entwicklung der Industrieproduktion zu rechnen.
[1] Methodische Erläuterungen siehe unter www.destatis.de/presse/deutsch/abisz/auftragseingangsindex.htm
[2] Quellen: Statistisches Bundesamt, Deutsche Bundesbank.
[3] Verfahren Census X-12-ARIMA.
Quelle: BMWi - Pressemitteilung vom 08.01.07