Betriebswirt. Beratung -

Gestiegene Löhne – gestiegene Preise

Kaum Aufschwung für Arbeitnehmer

Nach schwierigen Jahren hat die deutsche Wirtschaft wieder Fuß gefasst. Das Wachstum hält an, der Export floriert und die Konsolidierung der öffentlichen Haushalte schreitet voran. In den Taschen der Arbeiter und Angestellten ist der Aufschwung allerdings noch nicht angekommen.

Lohnanstieg nur nominell

 

 

 

Fakt ist: Die Löhne und Gehälter der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind seit 1991 gestiegen – um durchschnittlich 1,8 Prozent im Jahr.

 

 

Fakt ist aber auch: Die Preisentwicklung in den 16 Jahren zwischen 1991 und 2006 hat den Lohnzuwachs fast vollkommen aufgezehrt. Die Preise für die Konsumausgaben privater Haushalte stiegen jährlich durchschnittlich um 1,6 Prozent und lagen 2007 mit einem Anstieg von 1,8 Prozent sogar noch etwas höher.

 

 

 

Besonders deutlich bekamen das die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Jahrzehnt zu spüren. Bis 2006 sanken die preisbereinigten Nettolöhne und –gehälter jedes Jahr um durchschnittlich ein halbes Prozent. 2008 wird es voraussichtlich einen minimalen Anstieg um 0,2 Prozent geben.

 

 

 

Lohnzurückhaltung stärkte Wirtschaftsstandort Deutschland

 

 

 

Nicht zuletzt die seit dem Jahrtausendwechsel vereinbarten, sehr moderaten Tarifabschlüsse haben zu der aktuell günstigen Wirtschaftsentwicklung beigetragen. Die Folge: Der Anteil der Löhne an den Produktionskosten ist praktisch nicht mehr gestiegen. Dadurch wurde die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft gestärkt – was sich mittlerweile auch positiv in der konjunkturellen Entwicklung und v.a. auf dem Arbeitsmarkt niedergeschlagen hat.

 

 

 

Gleichzeitig ist aber – als Kehrseite der Medaille - der private Konsum schwach geblieben. Das bremst wiederum die wirtschaftliche Dynamik.

 

 

 

Staat hat Anteil an gestiegener Kaufkraft

 

 

 

Die verfügbaren Einkommen privater Haushalte sind seit 1991 trotz der Preisentwicklung immerhin jährlich um 1,1 Prozent gestiegen. Daran hatten die Löhne und Gehälter aber kaum einen Anteil.

 

 

 

Neben Vermögenseinkünften haben vor allem Transferleistungen des Staates wie Renten, Arbeitslosen- und Kindergeld für zusätzliche Kaufkraft der privaten Haushalte gesorgt. Damit hat der Staat auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten dazu beigetragen, dass sich die Verteilung der Einkommen nicht noch weiter auseinander entwickelt hat.

 

 

 

Eine deutlichere Verbesserung der privaten Einkommen kann aber nur über die Entwicklung der Löhne und Gehälter über die Verhandlungen der Tarifpartner geschehen. Damit auch die Arbeitnehmer ihren gerechten Anteil am Aufschwung bekommen.

 

Quelle: BMF - Meldung vom 18.01.08