Nach endgültigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im Jahresdurchschnitt 2006 gegenüber 2005 um 1,7% gestiegen. Dies ist eine deutlich niedrigere Jahresteuerungsrate als im Vorjahr 2005 (+ 2,0%).
Im Jahr 2004 lag die Jahresveränderungsrate bei + 1,6%, 2003 betrug die jährliche Preissteigerung 1,1%.
Für die Preisentwicklung 2006 sind vor allem die Energiepreise verantwortlich: Energieprodukte (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) verteuerten sich 2006 um 8,5% und wirkten fast im gesamten Jahr preistreibend. Ohne Einrechnung von Energie hätte die jahresdurchschnittliche Teuerung nur 0,9% betragen (darunter ohne Einrechnung von Mineralölprodukten: + 1,5%). Unter allen Energiepreisen stiegen die Preise für Gas am stärksten um 17,7% (Preishöchststand im November 2006). Mineralölprodukte verteuerten sich 2006 um 6,5% (davon Kraftstoffe: + 5,6% und leichtes Heizöl: + 10,7%).
Überdurchschnittliche Preissteigerungen beim Jahresergebnis 2006 sind bei Nahrungsmitteln (+ 1,8%), insbesondere bei Obst (+ 2,4%) und Gemüse (+ 8,2%) zu beobachten. Dagegen sind bei langlebigen Gebrauchsgüter weiterhin Preisrückgänge (– 0,4% im Jahresdurchschnitt 2006) zu verzeichnen, für einzelne Güter auch im zweistelligen Bereich (darunter Personalcomputer: – 14,7% und Fernseher: – 14,5%).
Im Dezember 2006 stieg der Verbraucherpreisindex gegenüber Dezember 2005 um 1,4%. Im Vergleich zum Vormonat erhöhte sich der Index um 0,8%. Die Schätzung für Dezember 2006 wurde damit bestätigt. Der monatliche Preisauftrieb hat sich seit Mitte des Jahres abgeschwächt, ab Juli wurde die 2-Prozent-Grenze nicht mehr erreicht.
Im Dezember 2006 wirkte im Vorjahresvergleich wie auch im Jahresdurchschnitt Energie preistreibend: Während die Preise für Mineralölprodukte um 2,2% sanken (davon leichtes Heizöl: – 5,8% und Kraftstoffe: – 1,2%), stiegen dagegen die Preise für Haushaltsenergien binnen Jahresfrist weiter an: Gas verteuerte sich gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich um 14,6%, die Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme um 7,4% sowie Strom um 4,1%. Ohne Energie (Haushaltsenergie und Kraftstoffe) hätte die Teuerungsrate im Dezember 2006 nur 1,2% betragen.
Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke erhöhten sich im Dezember 2006 gegenüber dem Vorjahresstand um 2,6%. Insbesondere verteuerte sich Gemüse (+ 12,3%) sowie Fisch und Fischwaren (+ 4,8%). Auch die Preise für alkoholfreie Getränke zogen weiter an (+ 2,1%; darunter Orangensaft: + 10,5% und Apfelsaft: + 5,0%). Eine moderate Preisentwicklung war dagegen bei Molkereiprodukten und Eiern (+ 0,2%) zu beobachten.
Der deutliche Anstieg des Gesamtindex gegenüber dem Vormonat November um 0,8% war wesentlich durch saisonbedingte Verteuerungen verursacht: Neben den Preiserhöhungen für Obst und Gemüse (+ 1,6% und + 0,9%; darunter Weintrauben: + 20,0% und Kopfsalat: + 18,5%) sind insbesondere übliche Preisanstiege – aufgrund der Saisonhöhepunkte Weihnachten und Silvester – für Pauschalreisen (+ 30,9% zum November 2006) und für Beherbergungsdienstleistungen (+ 19,7%) hervorzuheben. Auch die Flugpreise verteuerten sich saisonbedingt zum Vormonat im Schnitt um 8,7%.
Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland ist im Jahresdurchschnitt 2006 um 1,8% gestiegen. Im Dezember 2006 erhöhte sich der harmonisierte Verbraucherpreisindex gegenüber Dezember 2005 um 1,4%. Im Vergleich zum Vormonat November 2006 stieg der Index um 0,9%. Die Schätzung vom 22. Dezember 2006 für das Monatsergebnis wurde damit leicht nach unten korrigiert.
Quelle: Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung vom 17.01.07