Bürokratischer Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag
Anlässlich der aktuellen Anhörung im Bundestag fordern die Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) die Abschaffung der Erbschaftsteuer.
"Der aktuell vorliegende Entwurf zur Neuregelung der Erbschaft- und Schenkungsteuer ist eine Zumutung für jeden Unternehmer", sagt die WJD-Bundesvorsitzende Anja Kapfer.
Insbesondere kritisieren die Wirtschaftsjunioren, dass der Entwurf die Bürokratie für Unternehmer weiter aufblähe und sie in vielen Bereichen in ihrer unternehmerischen Freiheit einschränke. Kapfer: "Jungen Unternehmer, die vor der Entscheidung stehen, ob sie den Familienbetrieb weiterführen sollen, wirft man Knüppel zwischen die Beine, anstatt sie beim Erhalt von Unternehmen und Arbeitsplätzen zu unterstützen."
Unternehmer würden "mit der Reform dazu verpflichtet, 15 Jahre lang auf der Stelle zu treten", kritisiert die WJD-Bundesvorsitzende. "Gerade nach einem Generationenwechsel ist das eine Zumutung, die sich offensichtlich niemand bewusst gemacht hat."
In ihrer jetzt geplanten Form werde die Steuer deshalb dazu führen, dass weitere Unternehmensnachfolgen scheiterten, dass Finanzbehörden und Unternehmen mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand belastet und dass weiter Arbeitsplätze und Wertschöpfung ins Ausland verlagert würden.
"Es kann aber nicht sein, dass man aus ideologischen Gründen an einer Steuer festhält, bei der der bürokratische Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag steht", so Kapfer. "Eine praktische Lösung darf nicht an der Ideologie scheitern."
Die WJD fordern die Politik deshalb auf, einen Befreiungsschlag zu wagen und die Erbschaftsteuer abzuschaffen. Anja Kapfer: "Das Tauziehen um diesen Entwurf hat sich bereits zu lange hingezogen und schon jetzt zu einer großen Verunsicherung bei Unternehmen geführt. Es zeigt einfach, dass es nicht möglich ist, eine für alle Seiten praktikable und den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts entsprechende Neuregelung zu schaffen."
Quelle: DIHK - Pressemitteilung vom 04.03.08