Betroffene Jungunternehmer kritisieren geplante Reform
Die Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) fordern die Bundesländer auf, bei der Erbschaftsteuer endlich die Notbremse zu ziehen und ihre Zustimmung zu der Reform zu verweigern.
"Die geplanten Rahmenbedingungen sind gerade für mittelständische Unternehmen nicht tragbar", sagte die WJD-Bundesvorsitzende Anja Kapfer am heutigen Freitag in Leipzig, wo die Wirtschaftsjunioren am Wochenende ihre Delegiertenversammlung abhalten. "Hier werden jungen Unternehmern, die das Familienunternehmen weiterführen wollen, Steine in den Weg gelegt."
Die Reform werde dazu führen, dass junge Unternehmer über Jahre in ihren Entscheidungen eingeschränkt würden, einen noch größeren bürokratischen Aufwand hätten und noch mehr externe Beratung brauchten, prophezeite Kapfer. Gleichzeitig steige die finanzielle Belastung der Unternehmen im Erb- oder Schenkungsfall weiter.
"Schon jetzt sehen wir, dass durch das lange Hin und Her Betriebsübergaben und damit die Weiterentwicklung von Unternehmen unnötig lange hinausgezögert worden sind", klagte die WJD-Bundesvorsitzende. Werde die Reform wie aktuell geplant umgesetzt, würden viele Unternehmensübergaben scheitern. "Der Wirtschaftsstandort Deutschland hätte dann einen Standortnachteil mehr", so Kapfer.
Im Rahmen einer Pressekonferenz äußerten sich auch betroffene Unternehmer. "Die Zusage, dass Unternehmen nicht stärker belastet werden, wird nicht eingehalten", erklärte etwa Ulrich Zapf, der das Familienunternehmen H.N. Zapf KG aus Hof mit 45 Mitarbeitern weiterführen möchte.
"Ein Problem ist aus unserer Sicht vor allem der bürokratische Aufwand", berichtete Andreas Kopf, der mit seiner Familie aktuell die Übernahme des Familienunternehmens debolon mit knapp 100 Mitarbeitern plant. "Von der Reform werden deshalb vor allem Beratungsunternehmen profitieren", befürchtet er.
Die Wirtschaftsjunioren fordern die Bundesländer deshalb auf, schnell die Notbremse zu ziehen und das Gesetz zu stoppen. "Wenn es der Politik nicht gelingt, ein handhabbares Gesetz zu schaffen, dann muss die Erbschaftsteuer abgeschafft werden", sagte Kapfer. Nur so könne ein neues Bürokratiemonster für Unternehmer verhindert werden.
Quelle: DIHK - Pressemitteilung vom 28.03.08