17.10 Einfluss von Einlagen auf die Verlustverrechnung

Autor: Bolk

17.10.1 Einlagen im Verlustentstehungsjahr

17.115

Nach § 15a Abs. 1 EStG unterliegen Verluste nur dann der Verlustausgleichsbeschränkung, soweit ein negatives Kapitalkonto entsteht oder sich erhöht. Dabei stellt § 15a Abs. 1 Satz 1 EStG auf die geleistete Einlage ab. Da weitere Einlagen das negative Kapitalkonto verringern, ergibt sich folgerichtig, dass Einlagen im Jahr der Entstehung des Verlusts den Verlustausgleich ermöglichen und damit das Verlustausgleichsvolumen erhöhen.

17.116

Diese Grundsätze sind auch dann maßgebend, wenn das Kapitalkonto trotz Bewirkung der Einlage negativ geblieben ist, denn ein Verlust kann nur dann zu einer Entstehung oder Erhöhung eines negativen Kapitalkontos führen, soweit er die Einlagen übersteigt.1)

Beispiel

Kapital 01.01.05

- 100.000 Euro

Einlagen

+ 80.000 Euro

Verlust

- 120.000 Euro

Kapital 31.12.05

- 140.000 Euro

Lösung

Das negative Kapitalkonto hat sich um 40.000 Euro erhöht. In Höhe dieses Betrags ist der Verlust verrechenbar. 80.000 Euro sind ausgleichsfähig.

Abwandlung

Kapital 01.01.05

- 100.000 Euro

Einlagen

+150.000 Euro

Verlust

- 120.000 Euro

Kapital 31.12.05

- 70.000 Euro

Das negative Kapitalkonto hat sich nicht erhöht. Der Verlust von 120.000 Euro ist voll ausgleichsfähig. (Zur weiteren Sachbehandlung des den Verlust übersteigenden Betrags der Einlage (30.000 Euro) siehe Rdnr. 17.117 ff.).