Photovoltaikanlage versteuern: Allgemeine Informationen und Neuerungen

Betreiben Ihre Mandant*innen eine Photovoltaikanlage, speisen den selbst erzeugten Strom ein und erhalten Erlöse? Liefern Sie zusätzlich anderen den selbst erzeugten Strom und machen dabei Gewinn? Dann sind Ihre Mandanten Unternehmer*innen.

+++Aktueller Beitrag+++ BMF vereinfacht die Regeln für Photovoltaikanlagen – Hier klicken und weiterlesen.

Das hat zur Folge, dass Ihre Mandant*innen den Gewinn in der Steuererklärung abgeben sowie Einkommenssteuer bezahlen müssen.

Unter einigen Voraussetzungen können Sie Ihre Mandant*innen jedoch von der Pflicht, Einkommenssteuer zu zahlen, befreien. Dies hat das Bundesfinanzministerium am 02. Juni 2021 festgelegt.

Was sich geändert hat

Besitzer*innen einer PV-Anlage können nach BMF-Schreiben vom 02. Juni 2021 einen Antrag auf Einkommenssteuerbefreiung bei dem zuständigen Finanzamt stellen. 

Dazu muss die Anlage eine Leistung von bis zu 10 Kilowatt haben, nach dem 31. Dezember 2003 installiert worden sein und auf einem zu eigenen Wohnzwecken genutzten Ein- oder Zweifamilienhaus oder auf einem anderen Gebäude auf dem Grundstück sein.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, gilt die Vereinfachungsregel und Anlagenbetreiber*innen können einen schriftlichen Antrag auf Einkommenssteuerbefreiung stellen. Dieser gilt für alle folgenden Jahre sowie für noch offene Jahre.

Wann muss ich die Photovoltaikanlage beim Finanzamt anmelden?

Die Inbetriebnahme einer PV-Anlage gilt als unternehmerische Tätigkeit. Daher sollten Ihre Mandant*innen ihre PV-Anlage innerhalb der ersten 4 Wochen bei dem zuständigen Finanzamt anmelden.

Wann muss ich Umsatzsteuer zahlen?

Ihre Mandant*innen können sich auch von der Umsatzsteuerpflicht befreit werden. Dazu darf im ersten Jahr der Installation der PV-Anlage nicht mehr als 22.000 Euro Umsatz erwirtschaftet worden sein sowie im nächsten Jahr nicht mehr als 50.000 Euro.

Die Kleinunternehmerregelung gem. § 19 Abs. 1 UstG ist dabei die gesetzliche Grundlage. Machen Ihre Mandant*innen diesen Anspruch geltend, kann der Vorsteuerabzug jedoch nicht mehr beansprucht und folglich die Mehrwertsteuer nicht zurückerhalten werden.

Beanspruchen Ihre Mandant*innen die Kleinunternehmerregel nicht, so wird die Umsatzsteuer in Höhe von 19% auf den verkauften sowie auf den eigen verbrauchten Strom ab der Inbetriebnahme gem. §19 Abs. 2 UstG für fünf Jahre lang fällig. In diesem Fall kann die Vorsteuer geltend gemacht werden.

Das bedeutet, dass Ihre Mandant*innen die Mehrwertsteuer vom Kauf und der Installation der Anlage sowie die Betriebskosten mit der zu zahlenden Umsatzsteuer verrechnen können.

Muss der Eigenverbrauch versteuert werden?

Erzeugen Ihre Mandant*innen mehr Strom als Sie verbrauchen und speisen einen Teil in das Stromnetz ein, so sind Ihre Mandanten unter Umständen verpflichtet, auf den Eigenverbrauch Umsatzsteuer zu zahlen. Dafür muss der Teil, welcher eingespeist wird, mindestens 10% betragen.

Dabei können Ihre Mandant*innen jedoch selbst entscheiden. Beanspruchen Sie die Kleinunternehmerregel, so sind sie nicht umsatzsteuerpflichtig, jedoch kann keine Vorsteuer geltend gemacht werden. Wird die Kleinunternehmerregel beansprucht, muss Umsatzsteuer auf jede Kilowattstunde abgeführt werden.

 

Mehr über die Versteuerung bei Photovoltaikanlagen erfahren Sie in diesen Beiträgen:

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