Werbungskosten – Ein Überblick für Steuerberatende

Aktuell: Lesen Sie auch unsere Besprechung der Entscheidung "Werbungskosten: Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung absetzbar?" – Hier klicken, um zum Beitrag zu gelangen!

Werbungskosten sind all jene Kosten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Erwerb von Einkommen entstehen. Darunter fallen z.B. Kosten der doppelten Haushaltsführung, Bewerbungskosten, Kontoführungsgebühren uvm. Es handelt sich somit um Kosten, die eigenhändig investiert werden müssen, um einen Beruf (oder auch eine Vermietung) ausüben zu können. Darunter fallen z.B. Büromöbel oder -materialien sowie Reisekosten.

Hintergrund der Werbungskosten ist, dass sie beim Finanzamt von der Steuer abgesetzt werden können. Es besteht also die Möglichkeit, sie bei der Steuererklärung von der Besteuerung jeweiliger Einkünfte aus z.B. Lohn, Vermietung etc. abzuziehen. So müssen die Kosten nicht selbst getragen werden.

Dabei sieht die Gesetzgebung allgemein einen Pauschbetrag für Werbungskosten von 1.000€ für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen vor. Durch eine Begründung beim Finanzamt ist es aber auch möglich, einen höheren Betrag von der Steuer abzusetzen.

Da Werbungskosten einen sehr umfangreichen definitorischen Rahmen besitzen, empfiehlt sich zu ihrer Bestimmung die Verwendung eines Steuersoftwareprogramms. So werden keine Kosten übersehen und die Absetzungsmöglichkeiten können voll ausgereizt werden.

 

Voraussetzungen für den Abzug von Werbungskosten

Entscheidend ist, dass die fraglichen Kosten in beruflichem Zusammenhang entstanden sind, damit sie als Werbungskosten geltend gemacht werden können. Dabei darf es sich jedoch nicht um eine selbstständige Tätigkeit handeln.

Es kann auch zur sog. „gemischten Veranlassung“ kommen, wenn die Kosten teilweise privat und teilweise beruflich entstanden sind. Dabei muss der berufliche Teil aber erkennbar überwiegen.

Für Werbungskosten ist außerdem ein Beleg erforderlich. Ohne einen entsprechenden Nachweis kann ein Abzug der Werbungskosten innerhalb der Steuererklärung nur durch eine Glaubhaftmachung der Zweckmäßigkeit der entsprechenden Kosten beim Finanzamt stattfinden.

Eine weitere Möglichkeit, um Werbungskosten abzuziehen, entsteht bei Kosten, die im Zusammenhang mit Kapitaleinnahmen entstanden sind. Hier sind allerdings einige Einschränkungen zu beachten. Denn Kapitalerträge unterliegen nicht der Einkommens- sondern der Abgeltungssteuer.

In einigen Fällen werden Werbungskosten auch bereits vom Arbeitgeber oder der Arbeitgeberin berücksichtigt. Dies geschieht im Rahmen des Lohnsteuerabzugs.

 

Werbungskosten: Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung absetzbar?

Lesen Sie außerdem unseren Beitrag zum Thema Berufsunfähigkeitsversicherung und Werbungskosten, um zu erfahren, wie das Finanzgericht Düsseldorf am 12.01.2021 über die Frage, ob Beiträge für eine Berufsunfähigkeitsversicherung als Werbungskosten absetzbar sind, entschieden hat. Klicken Sie hier, um weiterzulesen.

 

Werbungskosten bei Immobilien: Erhaltungsaufwendungen im Erbfall

Sind noch nicht verbrauchte Erhaltungsaufwendungen komplett beim Erblasser abziehbar? Oder wird die Verteilung beim Erben fortgeführt? Nach dem BFH gilt: Wenn größere Erhaltungsaufwendungen auf mehrere Jahre verteilt worden sind, ist bei einem Erbfall innerhalb des Verteilungszeitraums der noch nicht berücksichtigte Teil der Erhaltungsaufwendungen im Todesjahr als Werbungskosten abzusetzen. Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in seinem aktuellen Urteil vom 10.11.2020 (IX R 31/19) dazu Stellung genommen, ob ein nicht verbrauchter Vortrag an Erhaltungsaufwand beim Tod des Steuerpflichtigen untergeht. Klicken Sie hier, um weiterzulesen.

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