Außergewöhnliche Belastungen im EStG - Tipps für Steuerberatende

 Das Einkommensteuergesetz definiert außergewöhnliche Belastungen im §33 EStG. Demnach handelt es sich dabei um Aufwendungen, die im eigenen Fall größer ausfallen, als bei „der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands“.

In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Belastungen, die durch eine Krankheit und/ oder die Pflege von Bedürftigen entstehen. Es kann sich aber auch um Aufwendungen handeln, die in einer Naturkatastrophe, einer Bestattung oder einer Schwangerschaft begründet sind.

 

Wann Prozesskosten steuerlich absetzbar sind

Der Gesetzgeber hat seit 2013 mit dem § 33 Abs. 2 EStG der Absetzbarkeit von Prozesskosten als außergewöhnliche Belastung weitgehend einen Riegel vorgeschoben. Prozesskosten können aber weiterhin als Werbungskosten steuerlich absetzbar sein. Dafür müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein. Welche diese sind, erfahren Sie in diesem Beitrag. Hier klicken und mehr erfahren!

 

Außergewöhnliche Belastung: Gericht erkennt Prozesskosten an

Erfahren Sie hier über einen Fall, in dem das FG Düsseldorf die Kosten eines Zivilprozesses doch als außergewöhnliche Belastung anerkannt hat. Welche neuen Regelungen ergeben sich daraus? Lesen Sie hier weiter!

 

Grundinformationen zu den außergewöhnlichen Belastungen 

Eine vollständige Berücksichtigung der Kosten durch eine außergewöhnliche Belastung findet lediglich in Ausnahmefällen statt. Denn es können nur Aufwendungen von der Steuer abgesetzt werden, die die sog. zumutbare Belastung übersteigen und außerdem tatsächlich notwendig sind.

Beispielsweise fallen Scheidungskosten seit 2013 nicht mehr in diesen definitorischen Rahmen. Kosten, die durch eine Scheidung entstehen, können daher nicht (mehr) steuermindernd geltend gemacht werden.

Die zumutbare Belastung wird durch das Finanzamt nach drei Stufen, die die Zumutbarkeit der Belastung bestimmen, und in Form eines bestimmten Prozentsatzes festgelegt. Dieser Prozentsatz kann je nach Familienstand und Kinderzahl zwischen 1 und 7 % betragen und wird von der Minderung der Einkommensteuer durch außergewöhnliche Belastungen abgezogen. Die Berechnungsstufen stellen sich folgendermaßen dar:

  • Stufe 1: Bis 15.340 Euro
  • Stufe 2: Bis 51.130 Euro
  • Stufe 3: Über 51.130 Euro

Dabei teilen sich die außergewöhnlichen Belastungen in zwei Gruppen: Die allgemeinen und die besonderen außergewöhnlichen Belastungen. Krankheitskosten fallen hier z.B. unter die allgemeine Kategorie, damit wirkt die Regel der zu überschreitenden zumutbaren Belastung. Die besonderen außergewöhnlichen Belastungen werden hingegen ohne Einschränkungen abgezogen. Hierunter fällt bspw. der Unterhalt für bedürftige Personen. Hier sollten Sie Ihre Mandant*innen jedoch darauf hinweisen, dass gesetzlich festgeschriebene Höchstbeträge bestehen.

 

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